Einige ausgewählte Volkshochschulen (VHS) bieten Kurse im Modulsystem zum Erwerb des Abiturs an, auch wenn diese mittlerweile relativ selten geworden sind. Sie vermitteln dann zum Beispiel den notwendigen Stoff für die einzelnen Prüfungsfächer des Externenabiturs oder bereiten gezielt auf die besonderen Prüfungssituationen vor. Manche Volkshochschulen haben auch "nur" Lehrgänge zum Erlernen oder Auffrischen des Abitur-Wissens in ausgewählten Fächern (bspw. als Intensivkurs in den Hauptfächern) bzw. einzelner Inhalte (zum Beispiel Grundlagen der Differenzial- und Integralrechnung) im Angebot. Andere VHS gehen wiederum Kooperationen mit Abendgymnasien oder Kollegs ein und bilden damit entsprechend derer Landesverordungen aus.
Volkshochschulen sind gemeinnützige Einrichtungen zur Erwachsenen- und Weiterbildung im quartären Bildungsbereich. Als Träger fungieren meist Gebietskörperschaften wie Gemeinden oder Landkreise, eingetragene gemeinnützige Vereine, gemeinnützige Gesellschaften mbH oder aber Zweckverbände. Jede VHS agiert eigenständig, Landesverbände aber regeln meist zentrale Anliegen.
Die Aufnahmevoraussetzungen an der Volkshochschule sind grundlegend davon abhängig, was für einen "Abitur Kurs" man dort besuchen möchte (vgl. erster Absatz zu Beginn). Sie richten sich dementsprechend bspw. nach den Landesverordnungen der Nichtschülerprüfung, des Abendgymnasiums oder Kollegs. Darüber hinaus kann jede VHS natürlich auch selber bestimmte persönliche Voraussetzungen festlegen (bspw. einen bestimmten Bildungsstand, Aufnahmetest, etc.).
In der Regel sind die Kurse zum Abitur nachholen an der Volkshochschule nicht kostenlos. Zwar finanzieren sich die Einrichtungen über Spenden, Drittmittel sowie verschiedene Zuschüsse des Landes, der Gemeinden und der Landkreise, trotzdem müssen zur Kostendeckung in der Regel auch Teilnehmerentgelte verlangt werden. Mitunter kann es dadurch vorkommen, dass man für ein Abitur VHS-Semester bis zu 500 Euro hinlegen muss.
Für einen Volkshochschulabiturkurs wird Förderung nach BAföG praktisch leider nur in wenigen Fällen bewilligt, zum Teil liegt es daran, dass die Institutionen nicht im Verzeichnis der förderfähigen Ausbildungsstätten verzeichnet sind oder die Ausgestaltung des Lehrgangs keine Förderung nach BAföG zulässt. Trotzdem sollte man sein Glück versuchen und einen entsprechenden Antrag stellen. Die besten Chancen stehen bei Kursen, die von Inhalt und Aufbau den Bildungsgängen am Abendgymnasium oder Kolleg ähneln.
Die VHS-Abitur Kurse können zu unterschiedlichen Zeiten in der Woche oder am Wochenende stattfinden, je nachdem an welche Zielgruppe (Berufstätige, Arbeitslose, Familienfrauen und -männer, Schichtarbeiter, Rentner/Pensionäre, usw.) sie sich richten. Die Dauer ist ebenso relativ unterschiedlich und kann von einigen Wochen (Prüfungsvorbereitung im Einzelfach) bis zu mehreren Jahren (Komplett-Abitur-Lehrgänge) betragen. Vor der Anmeldung sollte man sich von der jeweiligen Volkshochschule über das Abitur nachmachen beraten lassen.
Unabhängiges Verzeichnis für Volkshochschulen: www.vhs.de