Abitur an der beruflichen Oberschule

Abitur machen an der Berufsoberschule 13

Mit der Berufsoberschule, kurz BOS, gibt es die Möglichkeit, die allgemeine (mit zweiter Fremdsprache) oder fachgebundene (ohne zweiter Fremdsprache) Hochschulreife zu erlangen. Nach der BOS 12 erhält man die Fachhochschulreife zuerkannt.

In die BOS 13 wird man aufgenommen, wenn man die BOS 12 bestanden hat oder die Fachhochschulreife und eine Berufsausbildung sein eigen nennt. Hat der Schüler bereits in Klasse 12 ein Wahlfach über eine zweite Fremdsprache belegt und führt dieses in der 13. Klasse fort, so gibts nach der 13. Klasse die allgemeinen Hochschulreife. Hat man in der BOS keine zweite Fremdsprache belegt, so gibt es die fachgebundene Hochschulreife. Man kann aber die allgemeine bekommen, wenn man ausreichende Kenntnisse über eine zweite Fremdsprache am Gymnasium (mindestens 4 Jahre mit Note 4, andernfalls Berechtigungszeugnis zum Besuch der Oberstufe) oder der Realschule erlangen hat. Weiterhin gibt es nach der BOS 13 die Möglichkeit mit einer Zusatzprüfung Kenntnisse in der zweiten Fremdsprache vorzuweisen. Der Nachweis über eine zweite Fremdsprache kann auch über eine Berufsfachschule erbracht werden.

Die Berufsoberschule bietet die Zweige Technik, Wirtschaft und Recht, Ernährung und Hauswirtschaft, Sozialwesen und Agrarwirtschaft an. Man kann immer nur den BOS-Zweig besuchen, in dem man zuvor auch seine Berufsausbildung gemacht bzw. man einschlägige Berufserfahrung gesammelt hat (Ausnahmen sind aber möglich).

Vibos, eine Onlineplattform der Berufsoberschule Erlangen, bietet die Fachhoschulreife in ein bis zwei Jahren an. Auch die Hochschulreife ist geplant.

Abi ablegen an der Fachoberschule 13

Die FOS 13 (Fachoberschule 13) führt in Nordrhein-Westfalen und Bayern innerhalb eines Jahres zur Hochschulreife. Mit einer zweiten Fremdsprache gibt es über die FOS 13 die allgemeine Hochschulreife, ohne jedoch nur die fachgebundene Hochschulreife (in der Fachrichtung der Fachoberschule). In anderen Ländern führt die Fachoberschule nur zur Fachhochschulreife (nach den Klassen 11 und 12), mit der man in der Regel nur an Fachhochschulen studieren darf. In die Klasse 11 der FOS wird man mit einem mittlerem Schulabschluss aufgenommen. Man kann bundeslandspezifisch die 11. Klasse der Fachoberschule überspringen, wenn man über eine fachrichtungsbezogenen abgeschlossenen Berufsausbildung verfügt ("Klasse 12 B").

Fachoberschule 13 in Bayern

Um in die bayrische FOS 13 aufgenommen zu werden, benötigt man die Fachhochschulreife mit einem Durchschnitt von mindestens 2,8. Wenn an einem Standort mehr Bewerbungen vorliegen als Plätze zur Verfügung stehen, werden die Bewerber mit den besten Durchschnittsnoten in den Schulversuch aufgenommen. Neueinsteiger müssen zudem eine Probezeit überstehen. Der Schulversuch in Bayern wurde mit dem Schuljahr 2007/08 erfolgreich beendet und so wird die FOS 13 fester Bestandteil des Systems der Fachoberschulen.

MERKBLATT FOS 13 IN BAYERN

FOS 13 in Nordrhein-Westfalen

In NRW benötigt man für die Aufnahme in die FOS 13 die Fachhochschulreife und eine mindestens zweijährige, erfolgreich abgeschlossene "einschlägige Berufsausbildung" bzw. eine mindestens fünfjährige einschlägige Berufstätigkeit. Die Berufsausbildung muss dabei an den schulischen Fachrichtungen bzw. fachlichen Schwerpunkten orientiert sein. Damit unterscheidet sich das Bundesland in der Hinsicht, dass eine Ausbildung bzw. Berufstätigkeit für die FOS 13 unabdingbar ist, in Bayern hingegen "besonders Begabte" Schüler mit Fachhochschulreife (FH-Reife) das Abi in einem Jahr machen dürfen!

Fachoberschule in NRW

In Baden-Württemberg gibt es keine Fachoberschule, sodass die fachgebundene (ohne zweite Fremdsprache) bzw. die allgemeine (mit zweiter Fremdsprache) Hochschulreife an Berufsoberschulen, beruflichen Gymnasien und allgemein bildenden Gymnasien erlangt werden kann. Zudem soll in Bayern die Berufsoberschule (BOS) und die Fachoberschule (FOS) unter dem Begriff Berufliche Oberschule als gleichwertiges Gegenstück zum Gymnasium zusammengefasst werden.

Der bedeutende Unterschied zwischen BOS und FOS besteht darin, dass man die Berufsoberschule nur mit mittlerer Reife und Berufsausbildung bzw. mindestens fünfjähriger Berufserfahrung besuchen darf, während man für die FOS nur die Mittlere Reife benötigt. Der Lernstoff der Jahrgangsstufe 13 von BOS und FOS ist aber trotzdem identisch. In der Jahrgangsstufe 13 schreiben BOS und FOS die gleichen Abschlussprüfungen.

Berufsoberschule in Baden-Württemberg

Abitur am Oberstufenzentrum (OSZ)

Nach der zehnten Klasse hat man die Möglichkeit das Abitur an einem Oberstufenzentrum in drei Jahren abzulegen. Schüler können dabei ihre Neigungen berücksichtigen, es gibt nämlich OSZs mit verschiedenen Schwerpunkten. OSZ sind in den Bundesländern Berlin und Brandenburg zu finden. Sie sind auf Ganztagsbetrieb eingestellt und führen mit ihrer gymnasialen Oberstufe zur allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife. Als Voraussetzung gilt die abgeschlossene 10. Jahrgangsstufe mit Fachoberschulreife und Berechtigung zum Besuch der GOST. Die Oberstufenzentren sind kostenfrei.

Für den Besuch von BOS 13, OSZ oder FOS 13 gibt es "Schüler-Bafög", die Art ist bundesland- und schul- bzw. klassenabhängig!